Der Galata-Turm (Galata Kulesi) thront im Stadtteil Beyoğlu am Nordufer des Goldenen Horns – ein zylindrischer Steinbau von 62,6 Metern Höhe, der seit fast sieben Jahrhunderten die Silhouette Istanbuls prägt. Die Genuesen errichteten ihn 1348 als Christea Turris – den Turm Christi – den höchsten Punkt ihrer befestigten Kolonie gegenüber dem byzantinischen Konstantinopel. Für seine Zeit war er eines der höchsten Bauwerke der Stadt, ein Wachturm und ein Machtsymbol der Genuesen am Bosporus.
Im Laufe der Jahrhunderte diente der Turm vielen Herren und vielen Zwecken – als Wachturm, Feuerwache, Gefängnis und Observatorium. Der Chronist Evliya Çelebi berichtet im 17. Jahrhundert, dass der Erfinder Hezârfen Ahmed Çelebi in den 1630er Jahren vom Galata-Turm aus mit selbstgebauten Flügeln über den Bosporus geflogen sein soll – eine der großen Legenden des osmanischen Istanbul. Die heutige konische Kuppel und die oberen Galerien stammen aus späteren Umbauten, doch der mittelalterliche Steinkern ist erhalten.
Heute ist der Turm ein Museum, und der Grund, warum fast jeder ihn besteigt, ist die Aussicht. Von der 360°-Galerie nahe der Spitze erstreckt sich das gesamte historische Istanbul unter Ihnen: das Goldene Horn mit seinen Brücken, die Kuppeln und Minarette der Altstadt jenseits des Wassers, die Mündung des Bosporus, wo er auf das Marmarameer trifft, und die Hügel der asiatischen Seite in der Ferne. Galata steht auf der UNESCO-Tentativliste als Teil der genuesischen Handelsrouten-Befestigungen und bleibt eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Das Standardticket ist datumsflexibel: Sie wählen Ihren Tag, kommen während der Öffnungszeiten und gehen ohne Anstehen hinein.